Glück ist …

Was ist Glück überhaupt, und vor allem, was ist das nicht?

Glück ist nicht: Eine Million im Lotto zu gewinnen.

(Hä? Aber gerade das ist es doch…Aber warte mal ab.)

Jetzt wird’s aber zu bunt: Ich sage:

Glück ist nicht, Menschen, um sich zu haben, die einen lieben.
Glück ist nicht, verliebt zu sein.
Glück ist nicht, erfolgreich zu sein.
Glück ist nicht, reich zu sein.
Glück ist nicht, schön zu sein.
Glück ist nicht, beliebt zu sein.

Da packst Du Dir an den Kopp, ja aber das genau alles ist doch Glück, was denn sonst? Nun ja, also da gehen wir doch mal eine ordentliche Ebene höher:

Das alles ist nicht Glück, sondern, das ist äußerer Schein.

Scheinglück.

Für das Scheinglück gibt es keinen Begriff, der das besser beschreibt.

Noch nicht mal die deutsche Sprache findet da einen Unterscheid zum Begriff Glück.

Wie kann man sich dann korrekt unterhalten? Der Unterschied liegt im Äußeren und im Inneren. Der Unterschied ist wie Kichern und Freude. Lachen oder Kichern ist etwas Spontanes. Es kommt und geht.

Freude ist längerfristig, und es hat nicht einen äußeren Ursprung, sondern kommt mehr aus der Tiefe des Gefühls.

Lachen ist außen, Freude ist innen.

Scheinglück ist außen, Glück ist innen.

Glück kann man haben, man kann es aber auch sein.

Es findet also auf einer ganz anderen Ebene statt, die mit dem Äußeren ziemlich wenig zu tun hat.

Ich gehe mal wieder in das Gegenteil: Was ist das Gegenteil von Glück? Ja klar, siehe oben: Pech. Schicksal. Tiefschlag. Verlust. Trennung.

Das ist das Gegenteil des äußeren Scheinglücks: Scheinpech.

Was dem Menschen nach außen hin passiert, ist Glück und Pech im Äußeren. Es gibt Menschen, die sind schon völlig fertig, wenn das Wetter schlecht wird. Sie hängen sich an das äußere Glück, als würden sie ein Krückstock brauchen zum Gehen.

Wer sich an Äußerlichkeiten hängt, der steht nicht selbst, sondern, der steht nur mit einem Krückstock.

Das Gegenteil von Glück ist Leiden.

Das Leiden ist die direkte Abkehr. Es gibt 1000 Formen des Leids und das lässt sich niemals alles aufzählen. Aber es lässt sich beobachten. Betrachte die Menschen um Dich herum. Schaue sie einfach an und fühle Dich in sie hinein. Wenn sie leiden, dann lassen sie das einem wissen.

Der eine redet nur über negative Dinge, macht alles schlecht. Der andere jammert. Jammern ist die Lieblingssprache der Menschen. Hör sie Dir an.

Oje, mir geht es schlecht. Ich armer. Alle sind gegen mich. Keiner liebt mich.

Versuche mal, das Gejammer zu ordnen in:

Der andere ist böse, oder das Schicksal ist böse, oder die Regierung ist böse usw.

Der andere schimpft. Der andere streitet. Der nächste verliert sich in Selbstmitleid. Wieder ein anderer versteckt sich und zieht sich zurück.

Der Zwang

Das Leiden ist die Abkehr des Glücks und in sehr sehr vielen Fällen steht dahinter ein Zwang. Ich will es anders haben, als es zurzeit ist.

Jeder Mensch erlebt diesen Zwang anders, je nach innerer Stärke. Ich will. Das ist der Kern des Leidens. Ich will, dass andere meinen Willen befolgen. Ich will dominieren. Ich will mein Schicksal verändern. Nach meinem Willen sollen sich andere richten. Ich stülpe meinen Willen anderen über. Und wenn ich das alles nicht bekomme, dann schrei ich, schimpf ich, heul ich, werfe mich die Brücke runter.

Sehr, sehr viel vom Leiden kommt von einem Zwang. Das kann ich nicht alles aufführen. Aber schau mal die Menschen an. Studiere sie, frag dich selbst:  Wo ist ihr Leid?  Wo ist ihr Zwang?  Wie äußern sie es? Das ist ein langes Studium, aber ein sehr interessantes.

Und vor allem die Erkenntnis: Wer schreit, leidet. Wer schimpft, leidet. Wer Zwang ausübt, leidet. Wer sich verkriecht, leidet.

Und immer, immer ist dies die Abkehr vom Glück.

Und dieses Glück zu finden, das ist das Ziel.